Obwohl die aurale und vokale Dimension von Literatur die moderne Poetikgeschichte seit dem 18. Jahrhundert signifikant beeinflusst hat und obwohl derzeit ein wachsendes auditives Bedürfnis die Literaturrezeption und -produktion prägt, beginnt die Literaturwissenschaft nur langsam, sich damit überhaupt auseinanderzusetzen und ausgehend davon über literaturtheoretische, ästhetische, performative, kulturgeschichtliche und medienkulturwissenschaftliche Fragestellungen nachzudenken, welche die aurale (d.h. die ohrenbezogene, ‘tönende’) Seite von Texten anbelangt.

Um ebendiese beginnende Auseinandersetzung sichtbarer zu machen, werden hier Publikationen vorgestellt, die im Rahmen der Arbeit der Forschungsstelle Phonopoetik entstanden sind und entstehen.
Monographien & Sammelbände
Herrmann, Britta (Hrsg.): Hörspiel und Radiokunst. Aspekte radiophoner Literatur im transnationalen Kontext, Klang – Kunst – Kultur, Bd. 4, Berlin 2024.
Mütherig, Vera: Audiomediale Paratextualität. Rahmungsstrategien akustischer Literatur im Hörbuch, Klang – Kunst – Kultur, Bd. 3, Berlin 2020.
Herrmann, Britta; Korten, Lars (Hrsg.): Diskurse des Sonalen, Klang – Kunst – Kultur, Bd. 2, Berlin 2019.
Herrmann, Britta (Hrsg.): Dichtung für die Ohren. Literatur als tonale Kunst, Klang – Kunst – Kultur, Bd. 1, Berlin 2015.
Aufsätze Britta Herrmann
Herrmann, Britta: Hörspiel und Radiokunst. Aspekte radiophoner Literatur im transnationalen Kontext, in: Britta Herrmann (Hrsg.): Hörspiel und Radiokunst. Aspekte radiophoner Literatur im transnationalen Kontext. Berlin 2025, S. 9-38.
Herrmann, Britta: “In diesen Sendungen war damals noch alles Unmögliche möglich”. Der Pariser Club d’Essai und seine Rezeption im (west-)deutschen Rundfunk, in: Britta Herrmann (Hrsg.): Hörspiel und Radiokunst. Aspekte radiophoner Literatur im transnationalen Kontext. Berlin 2025, S.233-255.
Herrmann, Britta: Ilse Aichingers Rundfunk-Essay über Georg Trakl, vermeintlich verschollen. Ein Kommentar, in: Zeitschrift für Germanistik XXXIV (2/2024), S. 447-459.
Herrmann, Britta: Ton und Gedächtnis. Fragmentarische Überlegungen zum Dokumentarhörspiel, in: Laura Auteri, Natascia Barrale, Arianna Di Bella, Sabine Hoffmann (Hrsg.): Wege der Germanistik in transkultureller Perspektive. Akten des XIV. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (= Jahrbuch für Internationale Germanistik, Bd. 5). Bern, Berlin, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien 2022, S. 259-259.
Herrmann, Britta: Terra incognita und „Medium schlechthin“ – Hörspiele der 1950er Jahre. Ein Plädoyer für ihre Erforschung, in: treibhaus, Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre 18 (2022), S. 17-45.
Herrmann, Britta : ›Nur der Rhythmus interessiert‹. Überlegungen zum Neuen Hörspiel, in: Monatshefte 113,1 (2021), S. 71-98.
Herrmann, Britta: das gras wies wächst. Ohrenöffnung durch das Hör-Spiel – von den Anfängen zu Franz Mon, in: Stefan Börnchen, Claudia Liebrand (Hrsg.): Lauschen und Überhören. Literarische und mediale Aspekte auditiver Offenheit. Paderborn 2020, S. 59-86.
Herrmann, Britta: Literatur und Stimme, in: Handbuch Literatur und Audiokultur. Hrsg. von Natalie Binczek und Uwe Wirth, Berlin/Boston 2020, S. 27-43.
Herrmann, Britta: Rotoren. Zwei akustische Adaptionen von Ferdinand Kriwets Lesetext ‘Rotor’ und Aspekte einer intermedialen Werkpolitik, in: Klaus Gereon Beuckers, Hans-Edwin Friedrich (Hrsg.): Ferdinand Kriwet: Visuelle Poesie und ihre Medialität. Edition Text+Kritik. München 2019, S. 204-229.
Herrmann, Britta: Der Sound von “Berlin Alexanderplatz” (Roman und Hörspiel). Aurale und akustische Lektüren, in: Klaus Schenk, Ingold Zeisberger (Hrsg.): Literarisches Hören. Geschichte, Vermittlung, Praxis, Kiel 2019, S. 36-68.
Herrmann, Britta: Hör-Szenen der Schrift. Zu John Cages Lecture-Performances und Ernst Jandls Version von ’45’ for a Speaker‘ (mit einem Ausblick auf Josef Anton Riedls ‚Schweigewatte mit Anspielung‘), in: Andreas Meyer/Christina Richter-Ibáñez (Hrsg.): Übergänge. Neues Musiktheater – Stimmkunst – inszenierte Musik (= Stuttgarter Musikwissenschaftliche Schriften 4), Stuttgart 2016, S. 94-117.
Herrmann. Britta: Goethe als Sound-Objekt. Phonographische Fantasien um 1900 und Aspekte einer Medienkulturwissenschaft des Klangs, in: Britta Herrmann (Hrsg.): Dichtung für die Ohren. Literatur als tonale Kunst. Berlin 2015, S. 117-140.
Herrmann, Britta: Ansagen, abhören, aufschreiben: Auralität und Medialität im Akt der Textproduktion, in: Natalie Binczek, Cornelia Epping-Jäger (Hrsg.): Das Diktat. München 2015, S. 141-154.
Lars Korten
Korten, Lars: Was ist »accordmäßiger Schwung«? Zu einer Poetik musikalischer Empfindungen bei Friedrich Joseph Wilhelm Schröder, in: Stimmungen und Vielstimmigkeit der Aufklärung. Hrsg. von Silvan Moosmüller, Boris Previšić und Laure Spaltenstein. Göttingen 2017. (Das achtzehnte Jahrhundert. Supplemata. Bd. 21.) S. 142–161.
Korten, Lars: Friedrich Sengles Töne-Rhetorik und der ›Epochenstil Biedermeier‹, in: Literaturgeschichte als Problemfall. Zum literarhistorischen Ort Annette von Droste-Hülshoffs und der ›biedermeierlichen‹ Autoren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hrsg. von Rüdiger Nutt-Kofoth. Hannover 2017 (Zugl. Droste-Jahrbuch. Bd. 11 [2015/2016]), S. 121-129.
Korten, Lars: Akzent und Ton. Prosodische Klang-Grundsätze in Martin Opitz‘ und Enoch Hanmanns Dichtungslehren, in: Britta Herrmann (Hrsg.): Dichtung für die Ohren. Literatur als tonale Kunst, Berlin 2015, S. 145-166.
Vera Mütherig
Mütherig, Vera: Wo die Sprache endet, beginnt der Klang? Judith Kuckarts Kunst des Features. In: Johanna Canaris, Stefan Elit (Hrsg.): Arbeitsbuch Kuckart. Erzählen – Theater – Tanz. Berlin 2022, S. 219-239.
Mütherig, Vera: Hörbuchpreise. Wertung und Kanonisierung akustischer Literatur, in: Christoph Jürgensen, Anton Weixler (Hrsg.): Literaturpreise. Geschichte und Geschichten, Stuttgart 2021, S. 215-233.
Mütherig, Vera: Dokumente hören. Editions- und literaturwissenschaftliche Herausforderungen akustischer Texte, in: Mira Berghöfer, Anne-Elisabeth Beron, Fabian Etling et al. (Hrsg.): (un)documented – Was bleibt vom Dokument in der Edition?, Beihefte zu editio Bd. 48, Berlin/Bosten 2020, S. 181-194.
Mütherig, Vera: Der »Mehrwert« des Hörbuchs. Die Beurteilungskriterien des Deutschen Hörbuchpreises auf dem Prüfstand, in: Klaus Schenk, Ingold Zeisberger (Hrsg.): Literarisches Hören. Geschichte – Vermittlung – Praxis. Kiel 2019, S. 234-254.
Mütherig, Vera: Sonale Semantik. Otto Nebels Runen-Fugen-Dichtung, in: Britta Herrmann, Lars Korten (Hrsg.): Diskurse des Sonalen. Berlin 2019 (Audiotexte. Klang – Kunst – Medien, 2), S. 264-282.
Mütherig, Vera: »Vorläufig definitiv? Der Remix als Form akustischer Literatur«, in: Robert Matthias Erdbeer, Florian Kläger, Klaus Stiersdorfer (Hrsg.): Literarische Form / Literary Form. Theorien – Dynamiken – Kulturen. Beiträge zur literarischen Modellforschung / Theories – Dynamics – Cultures. Perspectives on Literary Modelling, Beiträge zur neueren Literaturgeschichte 371, Heidelberg 2018 , S. 269-304.
Müthering, Vera: Akustisch, Aural, Authentisch? Die Autoren-Stimme als Stimm-Text, in: David-Christopher Assmann, Nicola Menzel (Hrsg.): Textgerede. Interferenzen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Gegenwartsliteratur. Paderborn 2018 (Szenen/Schnittstellen, 6), S. 129-145.
Mütherig, Vera: »Das Ohr ist klüger als das Gedicht«. Autorenlesung als Form akustischer Literatur: Paratextuelle Rahmungsstrategien im Medium Hörbuch akustischer Literatur, in: Britta Herrmann (Hrsg.): Dichtung für die Ohren. Zur Poetik und Ästhetik des Tonalen in der Literatur der Moderne. Berlin 2015 (Audiotexte. Klang – Kunst – Medien, 1), S. 255-271.
Rezensionen
Döderlein, Korbinian: Preußler, Otfried: Die Abenteuer des starken Wanja (Hörspiel). In: KinderundJugendmedien.de. 13.11.2023.